Den Haag


Die Stadt und ihre Ulmenpopulation

Den Haag, gelegen an der Nordseeküste in der Provinz Zuid-Holland (Südholland), ist die Stadt, in der die niederländische Regierung schon seit dem Mittelalter ihren Sitz hat. Von der gesamten Population von ungefähr 100.000 Ulmen im Stadtgebiet stehen etwa 20.000 entlang Straßen und Kanälen und noch einmal 10.000 kommen in Parks und waldähnlichen Gebieten vor, die alle in die Zuständigkeit der Stadt fallen.

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Die Ulme repräsentiert 30% aller Straßenbäume in der Stadt. So nahe der Küste ist die Ulme einer der wenigen Bäume, die dem salzhaltigen Seewind widerstehen können und unter den schwierigen Umständen in der Stadt auch noch in der Lage ist, zu wachsen. Darüber hinaus ist diese Baumart in der Stadt bereits seit Jahrhunderten Teil der niederländischen Geschichte. Es ist ein sehr charakteristischer Baum für das Stadtbild.

Die Ulmenkrankheit in Den Haag

In den 90-er Jahren suchte die Stadt nach einer Lösung für die Ulmenkrankheitskatastrophe. Zu der Zeit verlor die Stadt jährlich tausende von Ulmen durch die Ulmenkrankheit. Jedes Jahr ungefähr 7% des gesamten Bestandes (siehe Grafik 1). Diese Plage blieb nicht nur auf den Verlust alter und wertvoller Stadt-Ulmen beschränkt, sondern auch der Kostenaufwand für Beseitigung und Ersatz für die kranken Bäume war jedes Jahr sehr hoch.

Impfen mit Dutch Trig® und das Sanierungsprogramm

In den Jahren 1995, 1996 und 1997 wurde die präventive Dutch Trig® Behandlung durchgeführt und wurde die Brauchbarkeit und Wirksamkeit dieser biologischen Behandlung beurteilt. Die Ergebnisse der Behandlungen waren sehr befriedigend. Sie zeigten einen enormen Rückgang der Ulmenkrankheit unter den behandelten Straßen- und Park-Ulmen. Diese positiven Ergebnisse haben 1998 dafür gesorgt, dass die Parkwächter der Stadt einen groß angelegten Impfplan erstellt haben, in den ungefähr 8.500 der 30.000 Bäume aufgenommen wurden, um ab dem Jahr geimpft zu werden.

Durch ein begrenztes Budget war es nicht möglich, alle Ulmen zu impfen. Die Auswahl zielte auf Bäume, die in Küstennähe, entlang den Hauptstraßen, Kanälen und Plätzen stehen und auf (alte) Bäume mit einem historischen Wert (monumentale Bäume). Dieser Impfplan ist 1999 um noch einmal 500 Bäume erweitert worden und umfasst im Jahre 2000 etwa 10.000 Bäume.

Zusammen mit dem Impfplan ist ein Sanierungsprogramm in Kraft getreten. Dieses Programm beinhaltete, dass Ulmen in der Stadt während der Wachstumssaison verschiedene Male auf Ulmenkrankheit kontrolliert wurden, kranke Ulmen und Ulmen-Kaminholz möglichst schnell entfernt und entsorgt wurden und verloren gegangene Ulmen unverzüglich ausschließlich durch resistente Ulmenklone ersetzt wurden.

Behandlungsergebnisse

Die Ergebnisse dieser Aktionen, wie in der Grafik 1 zu sehen ist, zeigen, dass die Krankheitsfälle in Den Haag ab dem Zeitpunkt, an dem der Dutch Trig® Impfplan anlief, erheblich rückläufig waren.

Die Tatsache, dass Dutch Trig® Impfungen gegen die Ulmenkrankheit erfolgreich sind, wird dadurch veranschaulicht, dass die Krankheitsfälle eine direkte Senkung von 7% in der gesamten Gruppe zeigen, 0,7% im Jahre 1998, 0,3% 1999 und nur 0,16% im Jahre 2000 bei den mit Dutch Trig® behandelten Bäumen.

Obwohl von den 30.000 Stadtulmen nur 10.500 Ulmen mit Dutch Trig® behandelt werden, ist ein Rückgang der gesamten Krankheitsfälle sichtbar. Dieser Rückgang wurde sehr wahrscheinlich durch die niedrigen Krankheitsfälle unter den mit Dutch Trig® behandelten Bäumen verursacht (deren Ergebnisse auch in den gesamten Krankheitsfällen aufgenommen wurden).

Erfolgreiche Kombination von Sanierung und präventiver Behandlung

Sanierung alleine kann nicht verhindern, dass eine Ulme durch die Ulmenkrankheit abstirbt. Der oben erwähnte erfolgreiche Rückgang der Krankheitsfälle wurde durch eine Verbindung der Sanierungsversuche und des Impfprogramms der mit Dutch Trig® behandelten Ulmen erzielt. Wenn nur Dutch Trig® geimpft wurde, ohne eine ordentliche Sanierung, wäre die Krankheitszahl höher, weil durch Wurzelkontakt übertragene Infektionen schnell eine große Anzahl Bäume in der Nähe des kranken Baumes absterben lassen würden. Selbst wenn sie mit Dutch Trig® behandelt wurden.

Trends in Krankheitsfällen

Die Bäume, die in dem ersten Jahr behandelt und anschließend infolge der Ulmenkrankheit (58 aus 8.539) entfernt wurden, sind nahezu alle den alten Ulmenkrankheitsinfektionen in alten Jahrringen und Infektionen durch Wurzelkontakt zum Opfer gefallen. Mit Hilfe einer mikroskopischen Untersuchung der Geschichte des Baumes wurden Verfärbungen in dem Gefäßgewebe des Baumes gefunden, die durch die Ulmenkrankheitsinfektionen in früheren Jahrringen verursacht wurden.

In Städten in denen Dutch Trig® zum ersten Mal angewandt wird, ist die Krankheitszahl immer höher als in Städten, wo das Impfprogramm bereits einige Jahre läuft. Dieser Unterschied wird verursacht durch die Tatsache, dass in dem ersten Jahr Bäume, die wohl bereits befallen sind, aber noch keine Krankheitssymptome aufweisen, doch geimpft werden und trotzdem der Ulmenkrankheit zum Opfer fallen. Wenn das Impfprogramm fortgeführt wird, verschwinden die kranken Bäume, mit dem Ergebnis, ein stetiger Rückgang der Krankheitszahl unter den geimpften Bäumen, da es in der mit Dutch Trig® behandelten Gruppe nicht zu neuen Erkrankungen kommt.

Im Falle von Den Haag, wo eine große Zahl bereits infizierter Bäume 1998 ausgefallen ist, war die Verlustzahl 1999 auf nur 27 Bäume von ursprünglich fast 9.000 zurückgegangen und war sogar weiter rückläufig auf nur 17 Bäume (von denen 15 durch Wurzelkontakt) aus 10.665 behandelten Bäumen im Jahre 2000.

Öffentliche Meinung und Engagement

Neben dem Impfen und Sanieren haben die Stadtparkwächter 1997 eine Aktion ‘ein Herz für einen Baum’ gestartet, um bei den Bürgern Interesse und Bewusstsein für Stadtbäume und ihren Wert anzuregen. Diese Initiative wurde von vielen unterstützt, mit der Folge, dass sich eine große Anzahl der Einwohner zur Verfügung stellte, die Stadtbäume zu beobachten, um so Schäden, Krankheiten und Plagen melden zu können.

Der Beschluss der Stadtverwaltung, ab dem Jahr 1998 solch eine große Anzahl Ulmen zu schützen, wurde von vielen Einwohnern mit Freude empfangen. Als Folge der Aktion ‘ein Herz für einen Baum’ entstanden in verschiedenen Stadtvierteln Aktionsgemeinschaften für Straßenbäume. Diesen Aktionsgemeinschaften gelang es sogar das erforderliche Geld einzusammeln, um das Impfprogramm auf ihre Straßen zu erweitern und auf diese Weise auch ihre eigenen Ulmen gegen die Ulmenkrankheit zu schützen.

Die Folge: ein grünes und stimmungsvolles Den Haag

Den Haag hat sich zum Ziel gesetzt den Verlust der wertvollen Stadtulmen einzudämmen, ein Sanierungs- und Impfprogramm eingerichtet und öffentliches Interesse für Stadtbäume generiert. Trotz der ständigen Diskussionen, ob Ulmenschutz und impfen nötig ist, zeigen die Ergebnisse einen deutlichen Rückgang der Zahl der Bäume, die der Ulmenkrankheit erlegen sind. Die Stadt führt deshalb ihre Bemühungen, Ulmen zu schützen mit allen möglichen Mitteln fort, erweitert sie und wird darin von Baumpflegern, Bürgern und Politikern unterstützt, die alle die grüne und stimmungsvolle Stadt Den Haag genießen.

Elms in The Hague'Elm guards' in The HagueMonumental elm alley in The Hague