Ulmenkrankheit



Die Ulmenkrankheit ist eine bei Ulmen weit verbreitete Pilzinfektion, die für die infizierte Ulme in den meisten Fällen nach einer kurzen Zeit (einigen Monaten) tödlich endet. Viele Ulmen in Nordeuropa und den gesamten Vereinigten Staaten sind dieser Krankheit bereits erlegen, wodurch viele herrliche Baumalleen vernichtet wurden und in Parks beklagenswerte Verluste entstanden.

Was ist die Ulmenkrankheit?

Die Ulmenkrankheit ist eine Pilzinfektion (Ophiostoma ulmi und Ophiostoma novo-ulmi) in den Leitgefäßen (Gefäßgewebe oder Xylem) der Ulme.

Warum stirbt die Ulme an der Ulmenkrankheit?

Bäume sind in der Lage, Pilzinfektionen zu kompartimentieren / abzuschotten: das heißt, dass der Baum aktiv befallene Leitgefäße verschließt, um eine weitere Verbreitung der Krankheit zu verhindern. Leider wächst gerade die aggressivste Form des Erregers, Ophiostoma novo-ulmi, schneller als der Baum seine Gefäße richtig verschließen kann, wodurch der Baum diese natürlichen Blockaden immer neu errichten muss. Schließlich wird die Ulme sämtliche Leitgefäße verschließen, wodurch der Baum austrocknet und abstirbt, weil der Aufwärtstransport von Wasser und Nährelementen blockiert ist.

Wie verbreitet sich die Krankheit?

Ulmensplintkäfer
Scolytus scolytus (Photo Ruud Scheffer)Die Krankheit verbreitet sich in Europa und Nordamerika vor allem über die Ulmensplintkäfer Scolytus scolytus, Scolytus multistriatus und Hylurgopinus rufipes, die als Überträger (Vektoren) dienen. Die Käfer tragen die Sporen des Pilzes am Körper und infizieren den Baum, wenn sie sich in die Blattachseln der obersten Krone der Ulme fressen. Die Infektion beginnt in einem Ast oder Zweig in der Krone und verbreitet sich nach und nach, aber trotzdem schnell durch die gesamte Ulme.

Wurzelkontakt
Ulmen, die nebeneinander stehen haben meistens Wurzelkontakt, sogar über Längen von mehr als 15 Metern. Die Krankheit verbreitet sich über diesen Wurzelkontakt des infizierten Baumes zu den angrenzenden Bäumen, sogar, wenn der befallene Baum bereits entfernt wurde! Die Symptome dieser Wurzelkontaktinfektionen unterscheiden sich in dem Sinne von denen, die der Ulmensplintkäfer verursacht, dass die Welke der Krone nicht von oben nach unten, sondern von unten nach oben verläuft. Diese Art des Befalls verursacht den ‘Aufroll’-Effekt der Krankheit in Ulmenalleen und kann nur gestoppt werden, indem dieser Wurzelkontakt mit Wurzelbarrieren unterbunden wird.

Woher kommt die Ulmenkrankheit?
Der englische Name (Dutch Elm Disease, oder DED) lässt vermuten, dass die Krankheit aus den Niederlanden kommt. Dies ist jedoch nicht richtig. Es ist keine holländische Ulmenkrankheit, sondern eine Krankheit holländischer Ulmen, einer spezifischen Art der Gattung Ulmus. Die Krankheit ist allerdings nicht selektiv, das heißt, dass viele andere Ulmenarten (wie die amerikanische und die englische Ulme) auch anfällig sind.

In den letzten Jahrzehnten ist der Pilz (Ophiostoma novo-ulmi) einige Male mutiert. Seine jetzige Form wird als die aggressivste betrachtet. Der Pilz stammt vermutlich ursprünglich aus dem Himalaya, aber es ist durch Verschleppung, bzw. durch Migration zu vielen Epidemien in Europa und Nordamerika gekommen.

Wie erkennt man die Ulmenkrankheit?
Ein frühes Stadium der Krankheit lässt sich an den gelben oder welken Blättern am Ende der Zweige erkennen. Diese Blätter verbleiben am Ende des Zweiges und sehen kleinen gelben ‘Fähnchen’ ähnlich. In einem weiter fortgeschrittenen Stadium trocknen ganze Äste in der Krone aus und letzten Endes wird die gesamte Krone des Baumes gelb, braun und schließlich welk werden.

Nur der Querschnitt eines abgesägten verdächtigen Astes kann Ausschluss darüber geben, ob der Baum von der Ulmenkrankheit befallen ist. Als Reaktion auf die Infektion bildet der Baum in seinen Leitgefäßen dunkelbraune bis schwarzbraune Strukturen, die unter der Rinde als Längsstreifen, und auf der Querschnittsfläche als Punkte oder als ein vollständiger oder partieller dunkler Ring in dem hellen Holz zu sehen sind.

In manchen Fällen kann man näher am Kern des Querschnitts eines Astes eine ringförmige Verfärbung sehen, die meistens keinen vollständigen Kreis bildet. Dies wurde wahrscheinlich durch einen früheren Befall verursacht, den der Baum erfolgreich überlebt hat. Dies ist möglich, wenn ein Baum spät in der Wachstumssaison befallen wird (August-September). Er wird dann früher in seine Ruhe- oder Winterzeit gehen, in der er wie üblich Knospen bilden und ausreichend Nahrungsreserven haben wird. Im nächsten Frühjahr, wenn die Saftströme wieder anlaufen, bleibt der Pilz eingekapselt in dem Holz, das in dem Vorsommer gebildet wurde. Forschungen haben gezeigt, dass die eingekapselten Pilzsporen sogar Jahre später noch keimen können!

Vaccinating elms with Dutch Trig®Elms in Grant Park, Chicago, IL